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Zu seinen
Lebzeiten fand das künstlerische Werk Karl
Junkers kaum Beachtung. Wohl nur kurze Zeit
bemühte er sich selbst um Anerkennung, indem
er sich an Ausstellungen und Wettbewerben
beteiligte oder es zumindest versuchte. Da er auch
kaum Kontakt zu Kollegen oder Sammlern pflegte,
befand sich bei seinem Tod der wohl weitgehend
komplette künstlerische Nachlaß in
seinem Besitz.
1913, ein
Jahr nach seinem Tod, zeigte eine Ausstellung der
"Neuen Sezession" in Berlin über 50 im Besitz
zweier Sammler befindliche Gemälde, Aquarelle,
Entwürfe und Holzreliefs Karl Junkers. Doch
dieser Versuch einer Entdeckung des Künstlers
schlug fehl. Über Jahrzehnte blieb sein
malerisches und bildhauerisches Werk weiterhin
unbekannt. Gegenstand der Beachtung aber blieb das
Junkerhaus, über dessen Entstehen sich bald
Legenden rankten.
Unter dem
Einfluß von Hans Prinzhorn ("Bildnerei der
Geisteskranken", 1922) wurde Junker in den
späten 20er Jahren von der Psychiatrie
"entdeckt" und sein künstlerisches Werk als
das eines Nicht-Normalen gedeutet. 1978 machte der
Kölner Kunstpsychologe Wilhelm Salber mit
einer Ausstellung im "Kölnischen Kunstverein"
und einer Veröffentlichung den Versuch der
Rehabilitation des Künstlers Karl Junker.
Die
Architekturgeschichte würdigt Junker
inzwischen als einen Vorläufer des
Expressionismus. Aber auch eine stilistische
Verwandtschaft zum Historismus wie auch zum
Jugendstil wird ihm von kunsthistorischer Seite
zugesprochen. Dennoch entzieht sich das Werk
Junkers einer klaren Einordnung und Bewertung. Es
ist jedoch anzunehmen, daß sein Schaffen
nicht auf psychopathologische Ursachen
zurückzuführen ist, sondern Ausdruck
eines bewußten künstlerischen Wollens.
Sein Werk
besteht heute aus einer Vielzahl von
Ölgemälden, Aquarellen, Gouachen und
Zeichnungen, Architekturmodellen, geschnitzten
Reliefs und Skulpturen sowie zahlreichen
Möbeln. Ein Teil seines Werkes zählt zur
Ausstattung des Junkerhauses. Architektur,
Holzbildhauerei und Malerei bilden hier eine
Einheit. Der gesamte, im Besitz der Stadt Lemgo
befindliche, künstlerische Nachlaß ist
inzwischen verzeichnet und dokumentiert.
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