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Zum
zentralen originären Kunstsschaffen Junkers
gehören figürliche und ornamentale
Holzreliefs, die in großer Zahl in Form von
Zierleisten auf Wände und Türen des
Junkerhauses genagelt wurden und deshalb mit der
Bezeichnug Beschlagleisten am treffendsten
charakterisiert sind. Ihre abstrakte Gestaltung und
bunte Farbigkeit haben zu einer Deutung als Totem
oder Dämonenzauber geführt, aber auch
eine künstlerische Nähe zu afrikanischen
oder indischen Kulturen wurde bei ihnen vermutet.
Nichts weist jedoch darauf hin, daß eine
solche Verwandtschaft von Junker beabsichtigt war.
Da es sich häufig um sich umarmende Paare
handelt, eigneten sich diese Beschlagleisten
besonders dazu, sie als Ausdruck Junkers
unterdrückter Sexualität zu
interpretieren und so die Legende seiner
unglücklichen Liebe zu unterstützen.
Zu den
holzbildhauerischen Arbeiten sind auch die gut 100
Möbel des Junkerhauses zu rechnen, die
über einen rein funktionalen Zweck weit
hinausgehen. Besonders die Behältnismöbel
sind teilweise figürlich beschnitzt, wobei
christliche Motive dominieren. Überall, auf
den Wandvertäfelungen, den Beschlagleisten,
den Möbeln wie auch den Bilderrahmen
fällt jedoch Junkers eigenwillige
Gestaltungsweise auf, die kaum einen
Quadratzentimeter des jeweiligen Objektes
unbeschnitzt läßt bzw. mit beschnitzten
Ornamenten appliziert. Zumeist unterliegt die
Verteilung der Ornamente strengen geometrischen
Prinzipien, die durchaus eine Nähe zum
Historismus vermuten lassen. Es scheint Junker mehr
auf eine Fernwirkung angekommen zu sein. Aus der
Nähe betrachtet erscheint die Mehrzahl seiner
Schnitzereien sehr grob und flüchtig, die
Bezeichnung "Buckel-" oder "Knorpelstil", die der
Lemgoer Gymnasiallehrer Karl Meier in den 30er
Jahren geprägt hat, drängt sich zur
Charakterisierung dieses spezifisch Junkerschen
Bildhauerstiles auf.
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