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Wenn Karl
Junker bisher in der Kunstgeschichte überhaupt
Beachtung gefunden hat, dann mit seinem als
Gesamtkunstwerk bezeichneten Wohnhaus, dem
Junkerhaus. Der Architekturhistoriker Vittorio
Lampugnani bezeichnete Junker sogar als einen
Vorläufer des Expressionismus.
Obwohl sich
Junker selbst als Architekt verstand, gibt es
außer dem Junkerhaus keinen tatsächlich
ausgeführten Bau. Einige Modelle und
Planskizzen belegen aber Junkers andauernde
Beschäftigung mit architektonischen Aufgaben.
Wie bei nahezu seinem gesamten künstlerischen
Nachlaß lassen sich auch Junkers
Architekturmodelle nicht oder nur bedingt datieren.
Lediglich ein Brunnenmodell fertigte Junker 1899
anläßlich eines Wettbewerbs in Detmold
an, es wurde von der Jury aber abgelehnt. Ein
großes, an einen Sakralbau erinnerndes Modell
wurde häufig als Junkers Beitrag zu einem
Museumsneubau auf der Berliner Museumsinsel
gedeutet. Stärker noch als das Junkerhaus
veschwimmen hierbei die architektonischen Elemente,
obwohl eine klare geometrische Gliederung des
Baukörpers deutlich ist.
Ein
wesentlicher Aspekt in Junkers Architektur ist
sicherlich die gleichwertige Behandlung von
Architektur und Innenarchitektur, also
Baukörper und -dekoration mit allen
künstlerischen Mitteln. Es scheint
naheliegend, seinen Baustil als von der regionalen
Architektur, v. a. den zahlreichen in und um Lemgo
erhaltenen Fachwerk- und Steinbauten der
Weserrenaissance beeinflußt zu sehen.
Tatsächlich erinnert manches in Junkers
Formensprache an diese für die
Architekturgeschichte bedeutende Epoche. Daneben
wirkt seine Architektur aber auch wie ein scheinbar
lebendiger Organismus, vergleichbar mit zahlreichen
Bauten des Jugendstils, allen voran Antonio
Gaudí.
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