DIE KURZBIOGRAFIE

Karl Junker wurde am 30. August 1850 als Sohn eines Schmiedes in Lemgo geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs er bei seinem Großvater auf.

Bis 1866 besuchte er das Lemgoer Gymnasium, das er mit dem so genannten Einjährigen verließ, um eine Tischlerlehre zu beginnen.

Als Tischlergeselle zog Junker 1869 nach Hamburg. Dort verliebte er sich in die Tochter seines Meisters und machte sich sogar Hoffnungen, den Tischlereibetrieb übernehmen zu können. Doch es kam zu einem Bruch, der Junker veranlasste, 1871 nach München zu ziehen und sich dort zum Militärdienst zu melden.

Im Anschluss begann er mit einem Kunst- und Architekturstudium, anfangs wohl an der Kunstgewerbeschule, seit 1875 an der Münchner Akademie der Bildenden Künste, wo er 1878 den so genannten Rompreis, verbunden mit einem Stipendium, erhielt.

Im Herbst 1877 begab sich Junker auf eine mehrjährige Italienreise. Er bereiste Ober- und Mittelitalien und hielt sich vermutlich längere Zeit in Olevano Romano, einer deutschen Künstlerkolonie in der Nähe von Rom, auf.

Um 1881 kehrte er nach Lemgo zurück. Acht Jahre später begann er mit Planung und Entwurf seines Wohnhauses auf einem Grundstück am Stadtrand. Seit 1891 lebte und arbeitete er in und an diesem Haus.

Am 25. Januar 1912 starb Karl Junker an den Folgen einer Lungenentzündung.

Karl Junkers Zurückgezogenheit und Andersartigkeit, verbunden mit einem unermüdlichen, für die Zeitgenossen weitgehend unverständlich gebliebenen künstlerischen Schaffen, brachten ihm in der provinziellen Enge der Kleinstadt den Ruf eines Sonderlings und Geistesgestörten ein. Zahlreiche Legenden ranken sich um sein Leben und die Hintergründe seiner Arbeit.